Sonntag, 5. Januar 2014

Nachlass

Als wir nach Weihnachten aus der alten Heimat
zurück gekommen sind, hatte ich eine Menge Dinge
im Gepäck. Unerwartete und unbeendete Dinge,
die nun fast ein Vierteljahrhundert im Schrank
geruht haben.

1902 wurde meine Oma geboren. Wenn ich mich an
sie erinnere, habe ich meist das Bild vor Augen, wie
sie in ihrer Küche vorm Fenster sitzt, mit irgend
einer Handarbeit in den Händen.

1990 starb sie an den Folgen eines Schlaganfalls.

Ich dachte ich traue meinen Augen nicht,
als meine Tante mir am 2. Feiertag diverse
Handarbeiten zeigte, mit der Frage, ob ich das 
haben möchte, das habe meine Oma gemacht.

Kissenhüllen und ein grosser Tischläufer,
alles fertig gestickt, aber nicht genäht.

So einen Stich wie bei dem schwarz-weissen
Kissen habe ich noch nie gesehen.
Der passende Samt für die Rückseite ist
auch dabei.


Ein weiterer Kissenbezug und der grosse Läufer.


Hier fehlt nur noch der Reissverschluss.


Eine fertige, gestrickte Tischdecke und viel
Nähseide. Webband aus den 70´er Jahren.


Ich habe das heute alles in Ruhe ausgepackt, meine
Männer vergnügen sich im Schwimmbad und ich schwelge
in Erinnerungen.

In der Waschmaschine drehen sich gerade viele Meter Samt.
Dem werden noch einige Meter Leinen folgen.
Ein grosses Stück davon ist voller Stockflecken,
da muss ich mich erst mal schlau machen, ob und wie
ich die heraus bekomme.

Daraus soll ein Gewand samt passendem Unterkleid
werden. Ich befinde mich schon in der Planung
für den nächsten Herbst, in dem ich Kleidung
für einen mittelalterlichen Markt brauche.

So viele Schätze.

Habt vielen Dank für die guten Wünsche für meine
Mutter. Leider ist sie immer noch im Krankenhaus,
ihre Nieren arbeiten nur sehr schlecht. Wir hoffen, 
dass sich die Werte mit Hilfe von Medikamenten
bessern und sie bald nachhause kann.

Kommentare:

  1. So ein schöner Schatz den du da hast einfach bezaubernd die Stickerei ,ich habe mir letztes Jahr ein mittelalterkleid nähen lassen bin schon ganz gespant was du aus den Stoffen zauberst und alles gute für deine Mama libe grüße Galina

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    1. Die Näherei dauert noch eine Weile, dafür muss ich erst mal die passende Stunde abwarten. Ich bin gerade nicht sehr motiviert :)

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  2. Ein echter, sehr wertvoller Schatz! Das macht Erinnerungen lebendig, oder? Es ist gut aufgehoben in Deinen Händen. Den Stick im schwarz-weiss Muster kenn ich auch noch, weiss aber auch nicht wie er geht.
    Hoffentlich findest Du etwas gegen Stockflecken. Schade, dass sie da sind.
    Deiner Mama weiterhin gute Besserung und Dir eine schöne Woche
    Elisabeth

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    1. Ja ich war so fassungslos. So viele Jahre hat das nur im Schrank gelegen, unglaublich.

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  3. was für traumhaft schöne Erinnerungsstücke.
    Alles, alles Gute für deine Mum.

    liebe Grüße
    Kathrin

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  4. Die Handarbeiten sind wirklich sehr schön. Ich finde es toll, wenn so schöne Erinnerungen hat. Meine Oma ist 1904 geboren. Sie hat mir immer Wollhöschen gestrickt . Wahrscheinlich habe ich das Strickgen von ihr ;-)). Hoffentlich bekommst du die Stockflecken raus. Ich habe leider keinen Tipp.

    LG
    Birgit

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    1. Ich hatte als Kind auch ganz viel Gestricktes von meiner Oma. Wollhosen gehörten da aber nicht dazu.

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  5. Wundervolle Sachen. Habe mich letztens mit jemandem darüber unterhalten, dass wir das früher mit 20 J. total Omalike fanden und jetzt...? Den Stick in schwarz-weiß habe ich auch nie gesehen und finde ihn sehr spannend. Bin gespannt, Ob Du ihn enträtselst? Stellst Du ihn uns dann vor? Alles Gute für Dich in 2014. Vielleicht kommst Du mich ja besuchen?

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    1. Ich werde die Stickerei wohl nicht enträtseln, ich hab es nicht so mit dem Sticken. Aber der Stich ist echt schön.

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  6. Diese Zeit des Wartens auf Besserung ist sicher belastend und fordert Geduld. Hoffentlich helfen die Medikamente und eure Fürsorge deiner Mutter, um ganz bald wieder nach hause zu kommen.
    Die alten Schätze deiner Oma bewundere ich. Gobelin und Kreuzstich kenne ich wohl, doch dieses aufwendige sw-Muster habe ich noch nie gesehen, wunderschön. Erinnerungen suchen sich ihre eigenen Wege, um nicht vergessen zu werden.
    Alles Liebe dir
    Birgit

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    1. Vergessen könnte ich meine Oma eh nie, aber diese Dinge so plötzlich in den Händen zu halten, das war schon sehr besonders.

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  7. Hallo, bin zufällig beim Surfen auf diesem Blog gelandet und bin auch begeistert von den alten Handarbeiten. Den Stickstich der Schwarz-Weißen Arbeit habe ich vor Jahren mal in einem Burda-Handarbeitsbuch gesehen und auspobiert - weiß leider nicht mehr, in welchem. Aber gegen Stockflecken weiß ich was: Waschpulver (Vollwaschmittel) zu Brei anrühren und auf den Fleck streichen. Feucht halten und immer wieder erneuern, bis der Fleck weg ist. Bei Tischdecken vom Flohmarkt kriege ich die Flecken so immer heraus. Allerdings ist da der Untergrund immer weiß - bei farbigen Sachen weiß ich nicht, ob's nicht Probleme mit Ausbleichen gäbe. Viel Glück!
    Uta

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    1. Bei mir ist das auch weisses Leinen, um die Farbe brauche ich mir also keine Sorgen machen. Ich hab das jetzt erst mal in Buttermilch eingeweicht, den Tip hatte ich per Google gefunden. Wenn das nicht klappt, versuche ich es mit dem Waschmittelbreichen. Aber ich bin zuversichtlich.

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  8. So wunderbare Sachen. Ich habe von meiner Oma auch einige Dinge erhalten und nutze sie unheimlich gern.
    Lieben Gruß von der Maus

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